Hei Hei Heide - eine kleine Entstehungsgeschichte
& neu auch in Märchenform
Ein kleines Heide-Märchen
Es war einmal vor langer, langer Zeit, als die Welt noch jung war & das Land der Lüneburger Heide unter einer dicken Decke aus Eis lag. Die mächtigen Gletscher bedeckten alles, & nichts als Stille herrschte über dem gefrorenen Land. Doch eines Tages begann die Sonne stärker zu scheinen & das Eis begann zu schmelzen.
Die Gletscher zogen sich zurück & hinterließen eine Landschaft voller Sand, Steine & Hügel. So entstand der Wilseder Berg, der höchste Punkt der Heide.
Doch die Landschaft war karg & leer, bis eines Tages die Göttin der Natur, Lunaria, vom Himmel herabstieg. Sie blickte auf das öde Land & beschloss, ihm Leben einzuhauchen. Mit einem Schwung ihres smaragdgrünen Stabes ließ sie einen riesigen Wald entstehen. Die Bäume wuchsen hoch in den Himmel, und Tiere fanden ein Zuhause. Doch Lunaria bemerkte bald, dass die Menschen begannen, den Wald zu roden, um Platz für ihre Felder zu schaffen.
Die Menschen lebten zufrieden in der neuen Landschaft, doch ohne Dünger wurden ihre Felder bald unfruchtbar. Lunaria hatte Mitleid mit ihnen & schickte ihnen ein Geschenk: die Heidschnucke, ein genügsames Schaf mit weichem Fell. Die Menschen lernten, die Tiere zu hüten & ihren Mist als Dünger zu nutzen. Doch auch das reichte nicht aus. So zeigte Lunaria ihnen die Kunst des 'Plaggen', bei dem sie die oberste Schicht des Bodens abtrugen & mit dem Mist mischten. Dies war harte Arbeit – eine wahre 'Plackerei' –, doch es half den Menschen zu überleben.
Mit der Zeit breitete sich das Heidekraut aus, ein zähes Pflänzchen, das selbst auf den ausgelaugten Böden gedeihen konnte. Seine violetten Blüten bedeckten das Land wie ein Teppich & machten die Heide zu einem magischen Ort. Lunaria war zufrieden mit ihrem Werk.
Doch eines Tages drohte die Heide zu verschwinden. Neue Zeiten brachen an, in denen die Menschen keinen Bedarf mehr an Heidschnuckenwolle oder Heidehonig hatten. Wälder wurden gepflanzt, um das Land zurückzuerobern. In ihrer Verzweiflung riefen die Bewohner der Heide Lunaria erneut um Hilfe an. Die Göttin erschien ihnen im Traum und flüsterte: ‚Bewahrt diese einzigartige Landschaft für euch & eure Kinder.‘
Die Menschen gründeten daraufhin einen Bund zum Schutz der Heide – einen der ersten Naturschutzvereine überhaupt. Sie pflegten das Land mit Hingabe & sorgten dafür, dass die Heidschnucken weiterhin durch die Heide streifen konnten.
So blieb die Lüneburger Heide bis heute ein zauberhafter Ort voller Geschichte und Schönheit – ein Geschenk von Lunaria & den fleißigen Händen der Menschen.
Und wenn ihr eines Tages durch die blühende Heide wandert, lauscht genau hin: Vielleicht hört ihr noch den sanften Gesang der Göttin Lunaria im Wind ...
Die Entstehungsgeschichte der Lündeburger Heide
Vor langer Zeit, als die Erde noch von riesigen Gletschern bedeckt war, begann die Entstehungsgeschichte der Lüneburger Heide. Diese Gletscher formten die Landschaft, indem sie Sand und Steine mit sich führten & so die Grundlage für die heutige Heide legten. Als das Eis schmolz, hinterließen sie eine flachwellige Landschaft, die von Birken- & Eichenwäldern bedeckt war.
Mit der Zeit, etwa um 500 v. Chr., kamen die 1. Menschen & begannen, die Wälder zu roden. Sie benötigten das Holz für Bau- & Brennzwecke & schufen so Platz für Ackerbau sowie Viehhaltung. Diese intensive Nutzung führte dazu, dass die Böden verarmten & nur noch anspruchslose Pflanzen wie die Besenheide wachsen konnten.
Diese Pflanze (Calluna vulgaris) breitete sich aus & prägte die Landschaft, die wir heute als Lüneburger Heide kennen.
Im Mittelalter entwickelte sich die Heidebauernwirtschaft. Die Menschen nutzten die Heide als Weidefläche für ihre Schafe, die sogenannten Heidschnucken. Diese Tiere hielten die Landschaft offen, indem sie konkurrierende Pflanzen fraßen & so das Wachstum der Heide förderten.
Im 18. Jahrhundert erreichte die Heide ihre größte Ausdehnung, doch der Bedarf an landwirtschaftlichen Produkten & die Einführung von Kunstdünger führten dazu, dass viele Flächen aufgeforstet wurden. So besteht die Heide heute zu knapp 60% aus Wald.
Erst im 20. Jahrhundert erkannte man den Wert dieser einzigartigen Landschaft & begann, sie unter Naturschutz zu stellen.
Heute ist die Lüneburger Heide eine faszinierende Kulturlandschaft, die mit ihren blühenden Heideflächen & der besonderen Flora & Fauna Besucher aus aller Welt anzieht. Sie ist ein Zeugnis menschlicher Eingriffe in die Natur und zeigt, wie sich Landschaften über Jahrtausende entwickeln können.
Es bedarf fortlaufender & großer Anstrengungen diese Landschaft für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.
Die meisten Besucher kommen während der Blütezeit in die Heide. Dafür gibt es eine einfache Regel. Man sagt, dass die Heide vom 08.08. bis 09.09. blüht. Das ist eine ungefähre 'Pi-mal-Daumen-Regel'. Jedes Jahr weicht die Blütezeit zeitlich sowie nach Region leicht ab. Den besten Überblick erhält man im sogenannten Heide-Blüten-Barometer (externer Link).
Wird fortgesetzt & ausgebaut! Beispiel: Auswirkung der Industrialisierung, die Pioniere des Naturschutzes sowie natürlich Ausflugstipps. Warum die meisten Heide-Seifen aus großen Fabriken aus Österreich stammen & auf Palmölbasis sind, warum es gar keine Schafsmilch aus der Heide gibt (die Heischnucken werden nämlich NICHT gemolken)...
Sowie Bilder, Bilder, Bilder, ... bleibt gespannt - stay tuned!
Besenheide (Calluna vulgaris), auch Heidekraut genannt. Wobei der Begriff Kraut eher irreführend ist, denn botanisch gesehen handelt es sich um einen Strauch.
Wikipedia.de beschreibt dies so: 'Die Besenheide ist ein verholzender & immergrüner Zwergstrauch, der relativ langsam wächst & etwa 40 Jahre alt werden kann. Seine Wuchshöhe beträgt 30 bis 100 Zentimeter'.
Dies ist für das Verständnis wichtig, denn es erfordert einer ganz anderen Bewirtschaftung zum Erhalt der Heideflächen. Das Heide'kraut', also richtiger der Heidestrauch, verholzt schnell & muss deshalb regelmäßig durch Schafe (Heidschnucken) sowie immer mehr Ziegen flachgehalten werden. Ziegen werden immer wichtiger, weil diese deutlich härtere Pflanzen als die Heidschnucken fressen können. Ansonsten müssen die Flächen zusätzlich regelhaft von Menschen bereinigt werden.
Das Heidekraut benötigt ein maritimes Klima, um perfekt zu gedeihen. Bei mir persönlich ist dies ähnlich ;-)
